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Interview mit Carlsen-Verlegerin Renate Herre | #20yearsofmagic

MissFoxy 1. September 2018

Harry Potter wird 20 Jahre alt! Das feiern wir. Der Carlsen Verlag, die gesamte Harry Potter Welt und natürlich auch ich mit zahlreichen Neuigkeiten, tollen Aktionen und Beiträgen. Ich als Mitglied im Orden des Phönix, hatte die wunderbare Ehre, die Carlsen-Verlegern Renate Herre zu Interviewen. In meinem Interview unten erfahrt ihr, ob Frau Herre J. K. Rowling bereits einmal getroffen hat, welchem Hogwarts Haus sie angehört und welchen Charakter sie gerne vor dem Tod retten würde.

Über Renate Herre

© Ana Santl

Renate Herre (Jg. 1964) ist Verlegerin des Carlsen Verlags in Hamburg. Die studierte Betriebswirtin begann 1988 als Spieleredakteurin bei Ravensburger. Nach ihrem Wechsel in den Buchverlag entwickelte sie u. a. die erfolgreiche Sachbuchreihe „Wieso? Weshalb? Warum?“. Im Jahr 2000 übernahm Renate Herre die verlegerische Geschäftsführung des Ravensburger Buchverlags. Ab 2010 verantwortete sie programmatisch die Verlage Coppenrath und Hölker. Im März 2012 wechselte sie zum Carlsen Verlag nach Hamburg.

Renate Herre im Interview

Als Harry Potter damals erschienen ist, waren Sie selbst ja noch nicht beim Carlsen Verlag. Haben sie schon vor Veröffentlichung des ersten Bandes Kontakt zu Harry Potter gehabt und erinnern Sie sich an ihr erstes Aufeinandertreffen mit dem Zauberlehrling? Was war Ihr erster Eindruck?

In der Angebotsphase des Manuskripts arbeitete ich als Verlegerin beim Ravensburger Buchverlag. Das Manuskript wurde im Team geprüft und abgelehnt. Ich hatte es persönlich nicht gelesen. Der Start von Harry Potter war unauffällig. Mit dem Band 3 und 4 setzte der Potter-Hype ein. Fasziniert hat mich zu dem Zeitpunkt, dass sich plötzlich ALLE, auch Erwachsene, für ein Kinderbuch begeisterten und leidenschaftlich darüber austauschten. Das machte mich so neugierig, dass ich sofort mit dem Lesen begonnen habe…

Besonders die enorme Wiederbelebung des magischen Universums durch das Theaterstück, die Fantastic Beasts Filme und nicht zuletzt durch das Jubiläum in diesem Jahr ist Harry Potter ja wieder sehr im Fokus. Was war die schönste Errungenschaft oder das schönste Erlebnis, das Sie in Bezug auf Harry Potter bei Carlsen erlebt haben?

Noch heute erinnere ich mich an den Anruf aus der Agentur von J.K. Rowling und die damals sehr geheime Nachricht, dass es mit Harry und seinen Freunden weitergeht – das hatte keiner von uns erwartet. Wir kamen uns vor, als hätten wir Felix Felicis geschluckt. Am liebsten hätte ich ein Denkarium, damit ich diesen Moment für immer festhalten und ihn immer wieder erleben könnte. Als das Manuskript dann endlich da war, hätte ich am liebsten sogleich alles stehen und liegen lassen, um in der magischen Welt zu versinken.Ein weiterer sehr berührender und bewegender Moment war, J.K. Rowling in London zu treffen und sie mit unserer Ausgabe zu überraschen.

Ich gehöre selbst zur Generation Harry Potter und muss sagen, dass mich diese Reihe neben einigen anderen Büchern enorm geprägt hat, was meine Liebe zu Büchern und zum Lesen angeht. Gibt es auch etwas, was Harry Potter Ihnen gegeben, inspiriert oder gelehrt hat?

Harrys ganz großer Verdienst ist, Generationen von Lesern zu verbinden – überall auf der Welt. Viele Kinder sind erst durch Harry Potter zu Lesern geworden. Viele Freundschaften sind durch Harry Potter entstanden, seine Welt ist für viele Menschen ein Zuhause geworden. Es fasziniert mich, dass dieses Phänomen in seiner Einzigartigkeit für immer ein Mysterium bleiben wird. Trotz großer Filmerfolge, sind und bleiben die Bücher eine Welt für sich.

Haben Sie zu Hause auch eine Harry Potter Sammlung und sogar Merchandise oder beschränkt sich das auf Ihre Arbeit? Falls ja, besitzen Sie selbst mehrere Ausgaben?

Ich habe die Hardcover und den wunderschönen Taschenbuchschuber von 2013 mit den versteckten Zaubersprüchen im Buchschnitt zu Hause, weil ich die Ausstattung besonders innovativ und einzigartig finde. Unsere magische Neugestaltung der sieben Bände von Iacopo Bruno bekommt ganz sicher daneben auch ihren Platz.

J. K. Rowling hat mit Harry Potter ja wirklich internationale Berühmtheit erlangt und dennoch ist sie auf Twitter beispielsweise persönlich sehr aktiv beantwortet Fanfragen etc. Sie haben die Autorin auch schon persönlich getroffen. Können Sie uns mehr darüber erzählen? In welchem Zusammenhang durften Sie sie treffen?

Es gab unterschiedliche Anlässe, die immer sehr besonders sind. Zuletzt habe ich sie bei der Filmpremiere „Fantasic Beasts“ in London getroffen und gesprochen. Davor haben wir uns bei Charity Veranstaltungen von Lumos getroffen und es war immer sehr herzlich und verbindlich.

Haben Sie beim Treffen mit J. K. Rowling einen Bezug zwischen ihr und den Büchern feststellen können? Zum Beispiel in der Art, wie sie redet oder hat sie vielleicht ihre eigene Persönlichkeit in einen Charakter gepackt? Haben Sie etwas Wichtiges aus diesem Treffen mitgenommen?

Es sind immer persönliche Momente und da die Zeit stets so knapp ist, bietet sich keine Gelegenheit tiefer in die Inhalte einzusteigen. Deutlich spürbar ist, dass Sie ihren Verlagen sehr dankbar dafür ist, was sie für die Bücher und die Leser tun. Ihre Leidenschaft für das Buch, ihren Blick auf die Welt und Ihre Beziehung zu den Lesern finde ich faszinierend.

Renate Herres „Potter Identity“

Welchem Haus fühlen Sie sich zugehörig?

Ravenclaw – obwohl der sprechende Hut sich nicht ganz sicher war, ob er mich doch lieber nach Gryffindor schicken soll -aber mein Herz gehört den Büchern.

Welches ist Ihr liebstes Harry Potter Buch?

Eine schwierige Frage… Ich kann mich noch gut erinnern, als ich zum ersten Mal in die Harry Potter Welt abgetaucht bin… Der Zauber von „Der Stein der Weisen“ legte sich über mich und ich war fasziniert von den Bildern, die in meinem Kopf entstanden sind. Die detailreichen Beschreibungen, all die liebevollen Details, der Humor und die Einführung der Charaktere – ich fühlte mich in einer anderen Welt. Ich glaube dieser „Anfangszauber“ macht den Bd. 1 zu meinem liebsten Harry Potter Buch.

Haben Sie eine Lieblingsszene innerhalb der Bücher?

Meine Lieblingsszene steckt in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Der Moment, als Harry nach Snapes Tod die ganze Geschichte über Snape und Lily Potter erfährt, hat mich zutiefst berührt. Dass Snape mit seinem letzten Atemzug seine Erinnerungen durch eine Träne teilt – hat auch bei mir zu Tränen geführt.

Welchen Charakter würden Sie gerne vor dem Tod retten?

Dobby – ich möchte ihm gern noch eine Socke schenken und ihm bei einer potentiellen Bewegung für die Befreiung der Hauselfen unterstützen.

Gibt es einen Charakter, dessen Geschichte Sie besonders mochten?

Neville Longbottom, eingeführt als unscheinbarer, schüchterner Junge. Mit dem Verlauf der Geschichte hat er sich großartig entwickelt (ob in Pflanzenkunde oder mit Zaubersprüchen). Beeindruckend beschrieben ist seine eigene persönliche Entwicklung und sein Charakter. Die  Loyalität zu seinen Freunden steht für ihn an erster Stelle und er beweist über alle Bücher hinweg Mut und Courage. (vor allem im ersten Buch, als er sich im Schlafanzug gegen Harry, Ron und Hermine stellt).

Herzlichen Dank, liebe Frau Herre, für dieses tolle Interview. Ich habe Ihre Antworten verschlungen und bin mir sicher, dass es die anderen auch tun werden!

Diskussionszeit

Gibt es eine Frage, die ihr Renate Herre gerne gestellt hättet? Welchen Charakter hättet ihr am liebsten vor dem Tod gerettet?

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4 Comments

  1. Ivy 6. September 2018

    Liebe Jule,

    so nun bin ich dann auch endlich mal dazu gekommen, das Interview zu lesen. So tolle Fragen und wirklich interessante Antworten. Was Dobby angeht kann ich übrigens nur zustimmen. So ein süßer Fratz, auch wenn er manchmal echt ziemlich nervig sein konnte 🙂

    Die Aktionen im Rahmen des Orden des Phönix haben mir allesamt so gut gefallen <3 Richtig tolle Beiträge sind dabei zustande gekommen, so natürlich auch dieses Interview. Danke dafür! <3

    Liebste Grüße
    Ivy

    Antworten
  2. Nicci Trallafitti 8. September 2018

    Ein richtig interessantes, schönes Interview, liebe Jule <3
    Und sie ist auch eine Ravenclaw, wuhuuu!
    Ich hätte Dobby übrigens auch gerne gerettet, hihi.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Antworten

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