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Anzeige | Atlas der Globalisierung: Welt in Bewegung | Rezension

MissFoxy 4. Juli 2019

Atlas der Globalisierung: Welt in Bewegung | herausgegeben von Stefan Mahlke | Verlag: LE MONDE dipolomatique (taz) | erschienen am 25.06.2019 | Grafiken: Adolf Buitenhuis | broschiert | 192 Seiten | 18.00 € (D) Weitere Informationen

Klappentext

Wird der globale Kapitalismus demnächst aus Peking gesteuert? Wo wachsen die meisten Tomaten? Steht Rotterdam in 70 Jahren unter Wasser? Und was hat Rheinmetall eigentlich in Südafrika verloren? Diesen und vielen anderen Fragen geht der neue Atlas der Globalisierung »Welt in Bewegung« nach.

Mit Beiträgen von Bridget Anderson, Ulrike Herrmann, Manfred Kriener, Niklas Maak, Branko Milanovic, Charlotte Wiedemann und anderen. (Quelle: LE MONDE diplomatique)

LE MONDE diplomatique ist eine monatliche Zeitung, die ihre Ursprünge in Frankreich nahm. Seit einiger Zeit wird sie nun schon in Deutschland vertrieben – verantwortlich dafür sind die Tageszeitung taz und die Schweizer Wochenzeitung WoZ. Mit „Atlas der Globalisierung“ erschien 2005 zum ersten Mal ein Themenheft. Dabei schaffte es vor allen Dingen „Atlas der Globalisierung“ mehrmals neu herausgebracht zu werden. Neben der Ausgabe von 2005 existieren die Ausgaben von 2011, 2012, 2015 und natürlich ganz neu von 2018. Das sagt LE MONDE diplomatique über den Atlas:

„Es war der Anfang einer Reihe von neuartigen Atlanten. Ihre Karten und Infografiken machen Geopolitik, Weltwirtschaft, Ökologie und die Krise des Kapitalismus anschaulich.“

Ich hätte es nicht besser sagen können.

Ein umfassender Blick über unsere Welt

Der „Atlas der Globalisierung“ ist ein Sammelband mit unterschiedlichen Schriften von mehreren Autorinnen und Autoren. Die Kapitel bzw. Artikel sind dabei immer nur zwei bis vier Seiten lang, sodass man immer sehr gut unterbrechen kann und auch keinen Informationsoverload bekommt. Das macht den Atlas auch besonders interessant, wenn ihr ihn nicht im wissenschaftlichen Bereich nutzen möchtet, sondern besonders auch im privaten.

Die 68 Artikel werden auf sieben Kategorien aufgeteilt:

  • Klimakrise und Welternährung
  • Die demografische Herausforderung
  • Der real existierende Kapitalismus
  • Ungelöste Konflikte
  • Flucht und Migration
  • Die Zukunft der Zivilgesellschaft
  • Demokratie in Gefahr

Ihr seht schon: Das Themenspektrum reicht von der physischen bis zur Anthropogeografie und von Politik bis hin zu Soziologie. Damit werden viele verschiedene Schwerpunkte abgearbeitet, die zwar für sich stehen, dennoch aber ineinander übergehen und sich gegenseitig bedingen. Das bringt uns dazu, den sehr komplexen Prozess der Globalisierung voll und ganz zu verstehen – von Klima und Klimawandel bis hin zu Nachhaltigkeit, Bevölkerungsentwicklung und Welternährung. Ich habe an der Uni sowohl Geografie als auch Politik studiert und so fällt mir das zusammenhängende Verständnis vieler Artikel sehr leicht. Dennoch habe ich auch immer wieder festgestellt, dass man den „Atlas der Globalisierung“ auch perfekt versteht, wenn man nur grundlegende Kenntnisse dieser Themen hat oder sich zum ersten Mal in diese Richtung vortastet. Vielleicht dauert das Verständnis etwas länger, allerdings sind die Artikel super geschrieben und die Grafiken unterstützen das Gesagte perfekt.

Ein Atlas ohne Karten?

Natürlich nicht denkbar. Ich würde den „Atlas der Globalisierung“ dabei eigentlich noch nicht mal als einen Atlas bezeichnen. Er hat zwar unglaublich viele Karten in sich aber auch eine Vielzahl anderer Grafiken und natürlich Text. Ich finde, solche Bücher können auch gar nicht genügend Grafiken haben. Sie können Gegebenheiten kurz und knapp visualisieren und so meistens mehr leisten als purer Text. Die Grafiken und Karten im „Atlas der Globalisierung“ sind noch dazu wunderschön gestaltet und mehr als schick. Selbst ohne den zugehörigen Text zu lesen, hat man Spaß daran, durch das Buch zu blättern und sich die Grafiken anzusehen. Auf der anderen Seite waren die einzelnen Grafiken nicht immer zu 100 % selbsterklärend. Finde ich sehr schade, denn das sollten sie eigentlich ausnahmslos sein. Auch ohne den Text zu kennen.

Ein kleiner Blick ins Buch

Ihr könnt euch unter dem „Atlas der Globalisierung“ immer noch nichts Genaueres vorstellen? Ihr habt bei mir die Möglichkeit, einen der Artikel zu lesen. Dabei habe ich mich für „Unruhige Sahelzone“ entschieden. Das Kapitel thematisiert die Konflikte im Sahel und ist so politisch aber auch geografisch, da der Konflikt hauptsächlich auf geografischen Ungleichheiten beruht. Die Sahelzone liegt im westlichen Teil Afrikas, genauer im südlichen Teil von diesem. Die meisten Konflikte dort spielen sich in Mali, Burkina Faso und Nigeria ab. Das sage ich euch übrigens nicht, weil ich den Artikel bereits gelesen habe (habe ich trotzdem!) sondern weil das tatsächlich einer meiner Schwerpunkte im Studium war. Ihr seht also, ihr bekommt Informationen von der Fachfrau. Ladet euch den Artikel hier oder über den Link oben herunter.

Mein Fazit

Der „Atlas der Globalisierung“ hat mir unglaublich gut gefallen. Ciao, langweilige Fachliteratur. Die Inhalte dieses Werks sind nicht nur für angehende Geografen oder sonst wen gut aufgebaut, sondern auch für alle, die in anderen Bereichen studiert haben oder mit einem Studium generell nichts am Hut haben. Die Karten und Grafiken sind toll und schön anzusehen und die Texte unglaublich interessant. Wenn ihr also einen genaueren Blick auf das komplexe Thema Globalisierung haben wollt, dann kann ich euch dieses Buch nur ans Herz legen.

Dieser Beitrag wurde durch die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und ein Honorar gesponsert.
Bildrechte: Julia Lotz (Miss Foxy Reads)
Die Rechte an den Covern unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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2 Comments

  1. Kreative Krise 16. Juli 2019

    Das Buch wandert dann mal direkt auf meine Buchwunschliste!

    Obwohl es diesen „Atlas der Globalisierung“ nun schon seit 2005 gibt, habe ich echt noch nie was davon gehört. Dabei fasziniert mich das Buch schon alleine durch deine Rezension! Besonders weil ich dieses Jahr mehr „Fachliteratur“ lesen möchte und sich dieses süße Büchlein ja dann perfekt zu eignen scheint.

    Liebste Grüße

    Antworten
  2. Yvonne 17. Juli 2019

    Liebe Jule,
    ich wusste gar nicht, dass es das Buch gibt! Was man nicht alles findet. Dafür liebe ich das Bloggen. Vielen Dank fürs drauf aufmerksam machen, das Buch setze ich auf meine Leseliste. 🙂
    Viele Grüße
    Yvonne 🙂

    Antworten

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