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Vorstellung | Comics aus dem Chinabooks Verlag

MissFoxy 10. Juni 2018

Heute möchte ich euch fünf Comics bzw. Graphic Novels aus dem Chinabooks Verlag vorstellen. Mit dem Verlag habe ich schon im Zuge des Gratis Comic Tags zusammengearbeitet. Dort habe ich euch die Reihe Der freie Vogel fliegt vorgestellt. Das Video mit meiner Vorstellung findet ihr hier. Der Chinabooks Verlag hat sich – wie ihr dem Namen sicher entnehmen könnt – auf chinesische Publikationen konzentriert. Neben Lehrwerken und Fachbüchern findet ihr auch aus dem chinesischen übersetzte Bücher. Teilweise auch in zweisprachig, was ich klasse finde. Denn so bietet sich die Lektüre besonders für diejenigen unter euch an, die Chinesisch lernen oder vielleicht sogar lernen wollen. Ich kann es nicht, habe aber bei den Büchern, die ich euch heute vorstelle den deutschen Teil sehr genossen.

Helden der östlichen Zhou-Zeit: Wege zum Ruhm und Widersehen in der Unterwelt | von Uen Chen | Verlag: Chinabooks | erschienen am 22.03.2017 | Übersetzer: Marc Hermann | Manhua | je 500 Seiten (bilingual) | je 28.00€ (D) Kaufen? Band 1* Band 2*

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Die östliche Zhou-Dynastie (770 v. Chr. bis 256 v. Chr) war in China, das damals ein Flickenteppich vieler Kleinstaaten war, eine Zeit großer Umbrüche. Die Epoche war geprägt von Machtkämpfen, kriegerischen territorialen Auseinandersetzungen, dem Aufstieg und Niedergang von Staatswesen. Doch diese von großen Unsicherheiten, politischem Niedergang, blutigen Konflikten und Grausamkeiten geprägte Zeit war ebenfalls das goldene Zeitalter der chinesischen Philosophie und des chinesischen Denkens.Während dieser Epoche hervorgetretene Denker beeinflussen mit ihren Schriften bis heute die chinesische Gesellschaft und das chinesische Denken.

Die Comictrilogie des Taiwanesen Zheng Wen erzählt episodenhaft aus dem Leben historischer Figuren, die ihre Zeit prägten und ebenso von ihrer Zeit geprägt waren. Es sind dies mächtige Herrscher und deren Minister, Kriegstrategen und Denker, Attentäter, Meuchelmörder und Krieger, Frauen, um deren Schönheit sich Legenden ranken, selbstlose Märtyrer, aber auch gewöhnliche kleine Leute, die unverhofft und schicksalshaft in das Getriebe der Machtkämpfe der Mächtigen hineingeraten sind und in der chinesischen Geschichtsschreibung ebenfalls ihre Spuren hinterlassen haben.

Die vielfach preisgekrönte Comictrilogie erschien vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal und gilt heute als Meilenstein des chinesischsprachigen Comics (Manhua). (Quelle: Verlag)

Die Helden der östlichen Zhou-Zeit-Reihe besteht nicht aus einer Geschichte sondern stellt berühmte Persönlichkeiten der Epoche in Kurzgeschichten dar. Ein Wahrheitsanspruch ist hier allerdings nicht gegeben, weil es sich bei vielen dieser Personen um Legenden handelt und schwer nachvollzogen werden kann, welche Details hierbei der Wahrheit entsprechen. Die Bücher werden wie Mangas gelesen und so musste ich zunächst einmal umdenken. War das geschafft, las sich das Buch sehr gut.

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Kurzgeschichten und Anthologien, hier hat mir aber die Aufteilung in kleinere Episoden sehr gefallen. Dennoch war es an der einen oder anderen Stelle schwer, historisch durchzusteigen. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich mich mit der chinesischen Geschichte nicht sonderlich gut auskenne und gerade die Zhou Zeit mit vielen Daten und Fakten aufwarten kann. Von Teil 2 war ich jedoch nach und nach sehr enttäuscht. Es ist eigentlich eine direkte Fortsetzung von Band 1, allerdings mit anderen Charaktere. Hier hätte ich mir mehr Innovation gewünscht. Somit hat Band 1 4 von 5 und Band 2 nur noch 3 von 5 Sternen bekommen.

 

Meine 80er Jahre. Eine Jugend in Taiwan | von Sean Chuang | Verlag: Chinabooks | erschienen am 28.07.2015 | Übersetzer: Marc Hermann | Comic | 380 Seiten (bilingual) | 19.90€ (D) Kaufen?*

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Sean Chuang schildert in dieser autobiographischen graphischen Novelle nostalgische Erinnerungen an seine Jugendjahre im Taiwan der späten 70er und 80er Jahre.
Vor dem Hintergrund eines Landes im Wirtschaftsaufschwung und politischem Umbruch – Taiwan durchlief in den 80er Jahren einen Demokratisierungsprozess – und einer freier werdenden Gesellschaft, schildert er universale Jugenderinnerungen, die auch Menschen aus anderen Kulturkreisen berühren und an ihre eigenen vergangenen Jugendjahre zurückerinnern lassen, gewährt aber gleichzeitig auch Einblicke in eine von chinesischen Wert- und Familienvorstellungen geprägte Kultur. Das Tagebuch der 80er Jahre schildert eindrücklich das damalige Alltagsleben und beschreibt greifbar das Lebensgefühl der damaligen Jahre. (Quelle: Verlag)

Episodenhaft geht es auch in Meine 80er Jahre weiter. Sean Chuang beschreibt in thematisch untergliederten Episoden seine Jugend in Taiwan. Hier kann man erstaunliche Parallelen zu anderen Jugendschilderungen in China erkennen, die meist ebenso erschreckend sind und durchaus die Augen öffnen können. Doch auch andere Bereiche seiner Kindheit und Jugend streift Sean Chuang und schafft so ein sehr detailiertes Bild.

Mir gefiel besonders der Zeichenstil sehr gut. Der war zwar in Schwarz-Weiß gehalten, aber hatte durchaus einen Stil, den man sehr leicht wiedererkennen kann. Gestört hat mich aber hier tatsächlich die Episodenhaftigkeit der Graphic Novel. Dadurch kam leider vieles aus der richtigen Ordnung und es war schwer, mich auf Geschichte und Charakter einzulassen. Dadurch hat mich das Buch leider nicht so sehr berührt, wie es sollte und es gibt leider nur 3 von 5 Sternen

 

Ein Jahr lang Schüler 34 in Klasse A | von Enzo | Verlag: Chinabooks | erschienen am 01.09.2011 | Übersetzer: Katrin Buchta | Comic | 446 Seiten (bilingual) | 22.90€ (D) Kaufen?*

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Nummer 34 ist ein siebenjähriger Junge mit verborgenem kreativen Talent, ein Schulschwänzer und das verhasste schwarze Schaf der Klasse. Er wächst im Taiwan der 80er Jahre auf und ist ein Alter Ego des Autors. Während die anderen Schüler seiner Klasse im Streben nach Bestnoten und gegenseitigem Wettbewerb um den Titel des Klassenbesten sich der Erwartungshaltung von Eltern und Lehrerschaft anpassen, verschwindet Nummer 34 lieber mit seinem Jugendfreund A Ding in den Wäldern, wo sie sich ihren Spielen hingeben und eine geliebte Kaulquappe aufziehen. Eine tragische Wendung bringt den Jungen jedoch dazu, dem Druck seines Umfeldes nachzugeben und sich den schulischen und erziehrischen Zwängen unterzuordnen. (Quelle: Verlag)

Auch Ein Jahr lang Schüler 34 in Klasse A beschäftigt sich mit Kindheit, Jugend und Schule in Asien. Auch hier sind die Themen ernst und vor allen Dingen zum ersten Mal auch richtig erschrenkend, sodass mich das Buch wirklich unglaublich tief berührt hat.

Anders als in klassischen Comics gibt es keine Sprechblasen oder eine andere Form von Dialogen. Die Panels oder vielmehr Bilder des Comics nehmen jeweils eine Seite ein und darunter befindet sich der Inhalt´, der sich gemeinsam mit den Bildern zur gesamten Geschichte formt. Dadurch wirkt der Comic zwar auf den ersten Blick wenig nah, er entwickelt aber besonders durch die Charaktere eine unglaubliche Nähe und viele Emotionen. Mir gefiel das Konzept wahnsinnig gut und ich finde den Comic sehr wichtig Deshalb gibt es von mir 5 von 5 Sternen.

 

 

Die Sternennacht | von Jimmy Liao | Verlag: Chinabooks | erschienen am 01.11.2017 | Übersetzer: Marc Hermann | Comic | 70 Seiten | 22.90€ (D) Kaufen?*

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Die Sternennacht ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden.
Ein einsames junges Mädchen trifft auf einen schweigsamen Jungen. Beide sind keine glücklichen Kinder, in ihren Elternhäusern mangelt es an Wärme und Zuwendung, in der Schule sind beide Aussenseiter.
Eines Tages beschließen die beiden, gemeinsam die Stadt zu verlassen und damit dem schulischen Druck und der Enge des Elternhauses für eine Weile zu entfliehen und in die Berge zu fahren, wo das Mädchen bei ihren verstorbenen Großeltern die ersten Lebensjahre verbracht hatte. In einer Nacht in den Bergen sehen die beiden den allerschönsten, strahlenden Sternenhimmel. Wieder zurück in der Stadt wird das Mädchen krank, und der Junge zieht mit seiner Familie aus der Stadt weg.
Das Mädchen wird den Jungen nie wieder sehen, aber ihre Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte Zeit bleiben – den strahlenden Sternenhimmel, den sie in jener Nacht erlebten, wird sie nie vergessen. (Quelle: Verlag)

Die Sternennacht greift – ebenso wie Ein Jahr lang Schüler 34 in Klasse A – auf eine etwas andere Darstellungsart zurück. Auch hier werden großeflächige Panels oder auch Bilder untertitelt und aus diesem Mix entsteht die Geschichte. Im Fokus steht ein Mädchen, dessen Eltern ihr nicht genügend Aufmerksamkeit schenken. In ihrer kindlichen Fantasie sucht sie Fluchtwege, lernt einen Jungen kennen und erlebt mit ihm eine Nacht unter dem Sternenhimmel.

Das Buch selbst ist sehr poetisch verfasst und trotz der Kürze muss man deutlich länger auf den Seiten verweilen um das gesamte Ausmaß des Erzählten zu begreifen. Das jedoch ist wunderschön und zutiefst ergreifend und ich war die 70 Seiten über durchgehend berührt und begeistert. Besonders für Kunstfans ist dieses Buch ein kleines Highlight. Viele der Bilder sind nämlich an Gemälde angelehnt. Eines davon findet sich sogar im Titel des Werkes. Die Sternennacht von van Gogh. So kann ich gar nicht anders, als diesem Buch 5 von 5 Sternen zu geben.

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5 Comments

  1. Nicci Trallafitti 10. Juni 2018

    Danke für die schöne Vorstellung, liebe Jule <3
    Besonders die letzten beiden reizen mich sehr.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Antworten
    1. MissFoxy 7. Oktober 2018

      Das waren auch meine beiden Highlights. Die waren echt toll!

      Liebe Grüße
      Jule

  2. Tiefseezeilen 12. Juni 2018

    Die Bücher sehen alle sehr interessant aus! Von dem Verlag hab ich bis jetzt noch nichts gehört…Danke für den schönen Beitrag!

    Liebe Grüße
    Ani

    Antworten
    1. MissFoxy 7. Oktober 2018

      Liebe Ani,

      vielen Dank! Vielleicht findet ja das eine oder andere Buch davon zu dir. 🙂

      Liebst,
      Jule

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