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Rezension | Die Gestirne – Eleanor Catton

MissFoxy 7. Oktober 2016

Die Gestirne | von Eleanor Catton | Verlag: btb | erschienen am: 09.11.2015 | Übersetzer: Melanie Walz | Hardcover | 1040 Seiten | 24.99€ (D) Kaufen?
Neuseeland zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheure Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Moody wird bald hineingezogen in das Geheimnis, das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst. (Quelle: Verlag)
Die Gestirne war mein Projekt 2016 und auch wenn es sehr
komisch klingt, war ich tatsächlich seit Dezember letzten Jahres mit dem
Debütroman von Eleanor Catton beschäftigt. Zwischendurch habe ich es mehr als
einmal pausiert und ich wollte den mehr als 1000 Seiten dicken Wälzer einfach
nicht fertig bekommen. Ich habe in der Regel kein Problem mit dickeren Büchern
und selten habe ich überhaupt so lange für ein Buch gebraucht. Die Gestirne
konnte mich aber lange Zeit einfach nicht packen und so hat mir schlicht und
einfach die Motivation gefehlt.
Dabei ist die Autorin Eleanor Catton jüngste Booker-Preisträgerin
und Die Gestirne ist das dickste Buch, das je ausgezeichnet wurde. Das
schraubte meine Erwartungen enorm hoch und dabei wurden diese letztendlich
nicht einmal enttäuscht. Die Geschichte ist brillant und so vielschichtig und
komplex, wie eine über 1000-seitige Geschichte nun mal ist. Es war besonders
anfangs sehr schwierig einen umfassenden Blick auf die Handlung und alle
Beteiligten zu erhalten, nach und nach lichtet sich jedoch alles und man hat
einen besseren Überblick. Auch bekommt man mit fortschreitender Handlung einen
immer anderen Blick auf das Geschehen, dass nach und nach so auch mehr
aufgelöst wird. Ich bewundere Eleanor Catton für diese Arbeit und betrachtet
man das Werk von diesem Punkt aus, so ist es gar keine Frage mehr, weshalb sie
den Booker-Preis gewonnen hat. Gleiches gilt auch an dieser Stelle für die
Charaktere, die ebenso feinsinnig konstruiert sind.

Was war nach diesem großen Lob also der Grund für meine
lange Lesezeit und die abschließende Bewertung? Das Schicksal der Charaktere
und die Handlung sind eng an den Verlauf der Sterne und deren Konstellation
gebunden. So eng, dass ich es selbst nicht einmal verstanden habe und so
komplex, dass es eine akribische Planung der Handlung erfordert. Das war das,
was mich stutzig machte. Sollten Bücher so geplant sein? Ich hatte nicht selten
das Gefühl, dass über diese ganzen Konstellationen hinaus etwas Entscheidendes
verloren gegangen ist: Liebe, Passion oder einfach das Schicksal der Charaktere
seinen Lauf nehmen lassen. Abseits der Sterne. Man kann es nennen wie man will,
aber mir hat dadurch etwas Entscheidendes gefehlt und ich bin mir ziemlich
sicher, dass der Punkt gewesen wäre, der mich an die über 1000 Seiten gefesselt
hätte. 
Man kann nur staunen, welches Werk Eleanor Catton mit Die Gestirne geschaffen hat. Es ist akribisch konstruiert und überrascht den Leser in seinem Verlauf immer wieder. Dennoch hat mir neben der ganzen Ausgereiftheit und Brillanz entwas ganz Entscheidendes gefehlt. Die Liebe zum Werk und die Eigensinnigkeit, die ein literarisches Werk viel zu oft entfaltet. Somit wurde Die Gestirne für mich alles andere als perfekt und viel zu oft fehlte mir die Lust, weiterzulesen.
Vielen herzlichen Dank an btb für das tolle *Rezensionsexemplar.
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