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Rezension | Vierzehn – Tamara Bach

MissFoxy 24. November 2016
Vierzehn | von Tamara Bach | Verlag: Carlsen | erschienen am 29.09.2016 | Übersetzer: – | Hardcover | 112 Seiten | 13.99€ (D) Kaufen?

Der erste Schultag. Zwei Wochen vor den Sommerferien ist Beh krank geworden und konnte nicht mit den anderen in den Urlaub fahren. Als das neue Schuljahr anfängt, hat sie alle acht Wochen lang nicht gesehen. Viel ist passiert, ihre Freundinnen haben neue Leute kennengelernt und Geschichten zu erzählen. Beh dagegen war nur zu Hause. Aber eigentlich war da mehr, von dem ihre Freundinnen nichts wissen. Zu Hause liegt eine Postkarte für sie im Briefkasten, in der Stadt gibt es ein Zimmer mit blauen Wänden, da ist ein Hund, ein Mädchen mit Schwimmflügeln und lauter Orte, die Beh bis zum Abend noch fotografieren wird, weil ihnen etwas fehlt. Und als Beh am Ende des Tages ihre Zimmertür schließt, hat sie auch jemand bei ihrem vollen Namen genannt. (Quelle: Verlag)
Vierzehn habe ich auf dem Carlsen Bloggertreffen auf der
Frankfurter Buchmesse bekommen und habe auch direkt mit der Autorin Tamara Bach
sprechen können, denn sie war beim Treffen dabei. Das Buch habe ich mir
natürlich auch direkt signieren lassen und spätestens nach diesem interessanten
Gespräch war ich sehr gespannt, wie mir Vierzehn gefallen wird, denn das Buch
ist recht dünn und ein kurzer Blick in das Buch zeigt auch schon, dass wir es
wahrscheinlich nicht mit einem gewöhnlichen Jugendroman zu tun haben. Ich habe
mir das Buch für einen verregneten Nachmittag vorgenommen, da es perfekt schien,
es an einem ganzen Tag zu lesen und nicht zu unterbrechen. Letztendlich war das
genau die richtige Entscheidung, denn 14 ist ein Buch, welches man wirklich am
Stück lesen sollte, denn so kann es sein Charakter voll und ganz entfalten.
Wieso das so ist? Ich würde Vierzehn als sehr poetisch
beschreiben, es ist außergewöhnlich geschrieben und man muss viel zwischen den
Zeilen lesen, denn das meiste wird nicht explizit gesagt. Man sollte eigentlich
meinen, dass man ein so kurzes Buch sehr schnell lesen kann doch das war dieses
Mal nicht der Fall. Das Lesen erforderte eine Menge Aufmerksamkeit und es verging
keine Seite, auf der man nicht etwas genauer hinschauen musste. Das hat mich
sehr begeistert, denn ich sehe es als ein großes Talent an, so gestochen scharf
und gleichzeitig so künstlerisch zu schreiben. Das Ganze hat Tamara Bach dann
in ein Jugendbuch gepackt und es funktioniert tatsächlich.
Wir begleiten die Protagonisten Beh auf ihrem Tag in der Schule,
bei ihren Eltern, mit ihren Freunden und mit einem ganz besonderen Menschen.
Obwohl Behs Tag alles andere als außergewöhnlich ist, genau genommen ziemlich
normal, kann man doch so viel von ihrem Leben aus diesem einen Tag mitnehmen
und es scheint als würde man sie dadurch voll und ganz verstehen. Denn genau
wie jeder von uns auch, ist Beh kein Mädchen ohne Sorgen, ohne Ängste, Probleme
oder Wünsche sondern außergewöhnlich. Gerade aktuell macht sie nicht unbedingt
die leichteste Zeit durch und es ist traurig und schön zugleich, sie auf einem
Tag in dieser Zeit zu begleiten.

Ich habe das Buch zugeklappt und wusste im ersten Augenblick
nicht, was ich von ihm halten sollte. Erst hatte ich den Eindruck, dass das
Buch traurig und hoffnungsvoll zugleich ist. Aber nicht mehr. Dass Beh uns
einen Tag mit in ihr Leben nimmt und nichts weiterpassiert. Doch umso länger
ich über dieses Buch nachgedacht habe und umso länger ich den Inhalt Revue
passieren lasse, umso mehr Thematiken offenbarten sich. Für mich ist es
jedenfalls ein kleines Meisterwerk und ich habe für mich beschlossen, auch alle
weiten Bücher von Tamara Bach zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich ohne das Carsten
Bloggertreffen auf Vierzehn aufmerksam geworden wäre aber ich muss sagen, es
hat sich voll und ganz gelohnt. Ich bin begeistert. 
Hinter der recht kurzen Geschichte von Vierzehn verbirgt sich eine enorme Sprachgewalt und Themenflut, die man erst richtig wahrnimmt, sobald man länger über das Buch nachdenkt. Ich würde Vierzehn, besonders durch Form und Schreibstil, als mehr bezeichnen, als nur ein Roman und ich denke, Tamara Bach hat hier eine tolle Arbeit geleistet. Ich bin begeistert und mehr Bücher der Autorin werden hoffentlich bald bei mir einziehen.
                             

Vielen herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das
außergewöhnliche *Rezensionsexemplar und
das schöne Bloggertreffen. 
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2 Comments

  1. Melina K. 24. November 2016

    Super schöne Rezension, das Cover alleine hätte mich irgendwie nicht angesprochen, aber ich denke ich werde es mir doch mal zulegen! 🙂

    Antworten
  2. Sandy 2. Dezember 2016

    Hey Jule,

    was du erzählst hätte ich auch nicht hinter dem Buch erwartet! Manchmal muss man wirklich erst darüber nachdenken, um alles richtig zu verstehen. Schön dass es dir so gefallen hat 🙂 Tolle Rezi!

    Allerliebste Grüße, Sandy ❤

    Antworten

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