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[Rezension] Wir wollten nichts. Wir wollten alles. – Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved

MissFoxy 24. Februar 2015


Titel: Wir wollten nichts. Wir wollten alles.
Autor: Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: 20.01.2015
Format: Hardcover
Seiten: 336
Preis:  16.99€ (D) Kaufen? 

Reihe: keine

Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren. (Quelle: lovelybooks.de)

Obwohl ich dieses wundervolle Buch schon Anfang des Monats
beendet habe, komme ich nun erst dazu eine Rezension zu schreiben. Warum?
Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, die den Leser noch lange Zeit
beschäftigen und obwohl ich nichts lieber getan hätte, als mich direkt hinzusetzen
und das Buch zu rezensieren, konnte ich es einfach noch nicht.
Die Meinungen spalten sich bei diesem Buch. Die einen sind
unglaublich begeistert, die anderen eher enttäuscht, kritisieren Louises
Naivität, ihr Nicht-Eingreifen und das Nicht-Eingreifen von all den anderen.
Ich bin stolz zu sagen, dass ich zu der ersten Gruppe gehöre. Ich habe dieses
Buch geliebt, nachgedacht und geweint. Sind wir mal alle ehrlich zu uns: wer
von uns war noch nicht naiv? Besonders, wenn es um die Liebe geht? Wer von uns
hat schon einmal weggeschaut, nichts gemacht, obwohl er etwas hätte verhindern
können? Ich glaube keiner von uns kann sagen, dass nichts auf ihn zutrifft. Und
wenn ihr wissen wollt, wovon dieses Buch handelt: Genau hier von.
Ich muss zugeben, manchmal erschien mir Louise auch zu naiv,
Liam zu sehr Arschloch, wie oft hätte ich gerne Louises Vater angebrüllt: Tu
doch endlich mal was! Doch man erkennt Gründe hinter ihrem Handeln. Louises
erste große Liebe, für die sie alles tun würde, Liams schwierige Vergangenheit,
die kleine Prinzessin, die ein Vater nur zu ungern gehen lassen will aber auf
der anderen Seite auch keine Grenzen setzen will. Das Mädchen, aus gutem Hause,
was einfach nicht glauben kann, wie grausam manche Menschen tatsächlich sein
wollen. Der Junge, gefangen in seiner kleinen Welt auf der Suche nach Freiheit,
nach einem MEHR. Der Vater, der perfekte Familienvater, dessen Welt nicht so
perfekt ist, wie sie scheint und dem seine Tochter entgleitet ohne, dass er
etwas dagegen tun kann. Wir sind alle perfekt unperfekt. Wieso sollten es die
Hauptcharaktere einer Geschichte denn nicht sein. Meiner Meinung nach machen
sie Geschichten erst wirklich interessant. Somit könnt ihr nun sicher
verstehen, wieso diese oft geübte Kritik am Buch für mich gar keine ist sondern
eher etwas, was das Buch so einzigartig toll macht.
Wie ihr seht, habe ich diese interessanten Charaktere sehr
gemocht. Ich möchte euch nun nicht mehr von ihnen verraten, da sie meinem
Erachten nach einen wichtigen Teil dieses Buches ausmachen und ich nicht zu
viel vorweg nehmen möchte. Das, was das Buch außerdem noch sehr besonders macht
ist die ungewöhnliche Erzählperspektive. Erzählt wird aus der Sicht der Toten
Louise. Wie schon im Klappentext ersichtlich, hat sie sich mit Liam gemeinsam
umgebracht und erzählt nun aus dem Off zum einen ihre Vergangenheit mit Liam
aber auch, wie die Personen in der Gegenwart ihren Tod aufarbeiten und damit
umgehen. Diese Erzählperspektive hat mich schon in der Leseprobe fasziniert und
mich später auch noch weiter begeistert. Allein sie macht das Buch absolut
empfehlenswert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mich das Buch sehr
begeistert hat. Die einzigartigen Charaktere und der außergewöhnliche
Schreibstil schaffen zusammen mit der Thematik, die sehr tief geht und noch lange
nachdenklich macht, ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Die Autoren
zeigen auf wundervolle Weise, dass Jugendliteratur nicht immer nur rosarot und
leicht sein muss sondern auf anspruchsvolle Weise sehr ernste Themen wie Suizid
und Drogenhandel/-konsum behandeln kann ohne als unangemessen eingestuft zu
werden. Der Verlag hat die Altersempfehlung auf 16 gesetzt. Dies finde ich sehr
angebracht und würde das auch unbedingt einhalten. Denn auch, wenn der
Gewaltanteil nicht sehr hoch ist bzw. nicht detailliert beschrieben wird,
braucht man, um das Verhalten der Protagonisten und ich meine auch das ganze
Buch zu verstehen, eine gewisse Reife und Lebenserfahrung.

Ich habe Wir wollten nichts. Wir wollten alles geliebt und unglaublich gerne gelesen und anschließend darüber nachgedacht. Meiner Meinung sollte es mehr Bücher dieser Art geben. Diese ernste Thematik zusammen mit der ungewöhnlichen Erzählperspektive machen dieses Buch absolut lesenswert und ich gebe unglaublich gerne 5 von 5 Füchschen.

an den Oetinger Verlag, der so freundlich war, mir das Buch als *Rezensionsexemplar zur *Leserunde zur Verfügung zu stellen.

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7 Comments

  1. Mary Graupner 24. Februar 2015

    Wow,
    das klingt nach einem tollen Buch. Ich habe es mir nach deiner Rezension, direkt mal auf die Wunschliste gesetzt. Vielen Dank für den Tipp 🙂

    Liebe Grüße
    Mary

    Antworten
  2. Maike 24. Februar 2015

    Hey 🙂
    Das Buch steht sowieso schon auf meiner Wunschliste, aber du hast mir noch mal bestätigt das es wirklich gut ist und ich es unbedingt haben muss 😉
    Maike ♥

    Antworten
  3. GirlWithTheBooks 25. Februar 2015

    Huhu,
    tolle Rezension! Ein echt schöner Blog hier 🙂

    Liebste Grüße aus Hamburg
    Jenny von http://jemasija8.blogspot.de/

    Du hast nun eine Leserin mehr! Ich würde mich freuen, wenn du mal bei mir vorbei schauen würdest 🙂

    Antworten
  4. Piglet 25. Februar 2015

    Ich liebe dieses Buch so sehr, es hat mich so tief berührt und mich zum nachdenken angeregt.

    LG Piglet <3

    Antworten
  5. Jasi Ich 26. Februar 2015

    Huhu liebe Jule ♥
    Ach, wie schön *—*
    Noch ein Unicorn das total begeistert davon ist! 🙂 Juhu!

    *fühl dich fest gedrückt*
    Alles Liebe,
    Jasi ♥

    Antworten
  6. AnnA 1. März 2015

    Hey jule 🙂
    Ich hab das buch ja gestern beendet und kann einfach auch noch nichts dazu sagen weil ich mir alles erst noch durch den kopf gehen lassen muss.
    Allerdings finde ich louise manchmal auch naiv und liam auch gemein aber wie du schon gesagt hast kann man dahinter auch ein motiv entdecken….nur den vater kann ich irgendwie immer noch nicht verstehen…..
    Wie kann man so respektlos zu seiner frau sein?
    Liebste grüße Anna

    Antworten
  7. Chrisi 4. März 2015

    Eine wirklich tolle Rezension, Jule! <3
    Ich habe nun auf jeden Fall noch viel mehr Lust auf dieses Buch bekommen, da ich ja auch Bücher mit interessanten Charakteren mag, die zum Nachdenken anregen 🙂

    Liebe Grüße
    Chrisi

    Antworten

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