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[Rezension] Two Boys Kissing – David Levithan

MissFoxy 13. November 2015


 Titel: Two Boys Kissing
 Autor: David Levithan
 Verlag: Fischer
 Erscheinungsdatum: 24.09.2015
 Übersetzer: Martina Tichy
 Format: Hardcover
 Seiten: 288
 Preis:  14.99€ (D) Kaufen?

 Reihe: keine

»Harry küsst Craig und spürt etwas, das größer ist als sie beide, etwas, das über den Kuss hinausreicht. Er greift nicht danach – noch nicht. Aber er weiß, dass es da ist. Und damit wird dieser Kuss anders als all ihre anderen Küsse zuvor. Das weiß er sofort.«
Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, sich über die Gefühle füreinander klarzuwerden, nachdem man sich doch eigentlich gerade getrennt hat. So lange dauert es, das Leben aller schwulen Pärchen in der Umgebung für immer zu verändern …
Geschickt verwebt David Levithan all ihre Geschichten zu einer großen Geschichte über homosexuelle Jugendliche von heute. Vor allem aber beschreibt er in poetischen Worten die Liebe in all ihren Facetten. (Quelle: Verlag)

Als mir Two Boys Kissing vom Verlag
vorgestellt wurde, war ich sofort Feuer & Flamme. Ich habe leider zuvor
noch kein Buch von David Levithan gelesen. Allerdings sprechen die Rezensionen
zu seinen Büchern für sich. Was mich, abgesehen davon, dass der Name des Autors
mich schon beeindruckt hat, auch noch an dem Buch interessiert hat, war
zweifelslos das Thema. Wer meinen Blog und meine Rezensionen schon länger
verfolgt weiß, dass mir das Thema LGTB besonders am Herzen liegt und irgendwie
so mein Thema ist. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen bei einem Buch, das
von homosexuellen Jungs handelt. Das Thema ist gerade in der heutigen Zeit so
unglaublich wichtig und man kann gar nicht oft genug betonen, wie wenige Bücher
es im Gegensatz dazu gibt, die solche Themen behandeln. Allein deshalb ist Two
Boys Kissing schon ein Juwel, das von jedem gelesen werden sollte.
„Gute Dates sind mehr als das. Es sind erste Kapitel. Ein gutes erstes Date
ist wie der Frühling. Und wenn aus einem guten ersten Date eine gute Beziehung
wird, hält der Frühling an. Auch wenn er eigentlich vorbei ist, kann es immer
noch Frühling sein.“  – S. 48

Mit großen Erwartungen bin ich also ans Lesen gegangen und
musste dann feststellen, dass meine Erwartungen nicht unbedingt erfüllt wurden.
Ich kam besonders durch die Erzählperspektive nicht gut in das Buch hinein und
es hat lange gedauert, bis ich mich damit zu Recht gefunden habe. Die
Geschichte wird erzählt von Engeln bzw. Geistern. Wie auch immer ihr sie nennen
mögt, es sind all die Männer, die während der „AIDS-Seuche“ (Annahme laut
Nachwort des Autors) gestorben sind und nun auf die homosexuellen Jugendlichen
herabblicken und ihre Geschichten erzählen. Diese besondere Erzählperspektive
ist so einzigartig, dass sie den größten Respekt verdient. Dennoch schafft sie
meiner Meinung nach nicht, eine Bindung zwischen dem Leser und den Protagonisten
aufzubauen, was ich gerade beim Thema LGTB sehr schade finde. Ein weiterer
Punkt für meinen schweren Einstieg in das Geschehen war sicherlich die Tatsache,
dass gleich mehrere Geschichten parallel erzählt werden, die auch am Ende des
Buches nicht zu einem Strang zusammenlaufen. Die Vielzahl von Protagonisten war
am Anfang schlicht und einfach zu unübersichtlich.
„Wenn man die Wahrheit sagen will, ist der erste Satz immer der schwerste.“
– S. 81

Das sind wirklich die beiden (ein riesengroßer und ein
kleinerer) Kritikpunkte, die für mich ganz klar gegen Two Boys Kissing
sprechen. Allerdings finde ich das Thema so wichtig und auch inhaltlich schön
verarbeitet, dass das Buch definitiv einen zweiten Blick wert ist. Außerdem ist
der Schreibstil von David Levithan unglaublich poetisch und wortgewaltig. Man
verschwindet völlig in den Seiten und wunderschönen Zitaten und wird, wenn man
mit dem Lesen aufhört unsanft in die Realität zurückgeholt.

„Man kann Worte schenken, aber nicht wegnehmen.“ – S. 84

Mit dem poetischen Schreibstil, dem wichtigen Thema und der tollen Verarbeitung dessen lohnt sich bei Two Boys Kissing auf jeden Fall ein zweiter Blick und ein Platz auf der Wunschliste. Leider erschweren die vielen Einzelstränge und besonders die Erzählperspektive das Lesen und haben es mir mit dem Buch nicht immer leicht gemacht. Deshalb kann ich leider nur 3 von 5 Füchschen vergeben, möchte allerdings am Ende noch einmal betonen, wie wichtig dieses Thema ist, weshalb sich die Anschaffung dieses Buches trotzdem lohnt.

Vielen herzlichen Dank an den
Fischer Verlag für das tolle *Rezensionsexemplar.





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