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Rezension | Lily Frost: Fluch aus dem Jenseits – Nova Weetman

MissFoxy 11. Mai 2016

Lily Frost: Fluch aus dem Jenseits | von Nova Weetman | Verlag: Gulliver | erschienen am 29.02.2016 | Übersetzer: Friederike Levin | Hardcover | 235 Seiten | 14.95€ (D) Kaufen?

Düstere Botschaften aus der Vergangenheit … Lily Frost zieht mit ihrer Familie in ein altes Haus in einer verschrobenen Kleinstadt. Ihr Zimmer auf dem Dachboden ist ihr unheimlich: Immer wieder fällt der Strom aus, die Tür verriegelt sich von selbst und Lily entdeckt Buchstaben, die in die alten Dielen geritzt sind – sie ergeben ihren Namen. Jemand – etwas – scheint mit ihr kommunizieren zu wollen. Ist es Tilly, das Mädchen, das früher hier gelebt hat? Warum traut sich niemand über ihr Verschwinden zu sprechen? Lily gerät auf ihrer Suche nach Antworten in tödliche Gefahr und begreift: Ihr Schicksal ist auf unheilvolle Weise mit Tilly verbunden. (Quelle: Verlag)

Wenn es etwas ist, dass mich an dem Buch so
wahnsinnig angezogen hat, dann ist es der Klappentext auf der Rückseite des
Buches. Wenn man gerade Lust hat auf eine gruselige, mystische Geschichte, dann
greift man mit Lily Frost zu genau dem richtigen Buch. Es ist nicht gerade dick
aber die wenigen Seiten reichen genau für die Geschichte im Buch aus. Und
dennoch konnte mich Lily Frost nicht in vielen Bereichen überzeugen. 
An der dünne des Buches kann man es fast schon erkennen: es
ist nicht viel Platz für viel Entwicklungen und viele Beziehungen. Auf den
wenigen Seiten findet die Geschichte und die Lösung des Geheimnisses Platz, das
hinter dem Spuk in Lilys neuem Haus steht. Das sorgt zwar kurzzeitig für sehr
viel Spannung aber das Buch geht dadurch auch nicht wirklich in die Tiefe. Lily
macht zwar eine Entwicklung durch, diese ist allerdings sehr schnell und
sprunghaft und kann kaum als Entwicklung vom Leser wahrgenommen werden. Auch
sonst bietet das Buch abgesehen von einem trotzigen Teenager, der nicht umziehen
will, sehr wenig Konfliktmöglichkeiten. 
Wer ein tiefgründiges Jugendbuch sucht, der ist also bei
Lily Frost an der falschen Stelle. Tatsächlich lebt dieses Buch auch nicht
dadurch sondern durch die gruselige Stimmung die punktuell aufgebaut wird und
die Spannung, die das ganze Buch über besteht. Die Handlung dreht sich um
nichts anderes als darum, den Spuk zu lösen und zu stoppen und obwohl die
Lösung irgendwie klar ist, wird das Buch dadurch keinesfalls langweilig. Gerade
durch die Kürze ist Lily Frost also ein leichtes Jugendbuch für zwischendurch,
was man tatsächlich auch als solches ansehen muss. So ist es perfekt für einen
verregneten Nachmittag, ein Sommergewitter oder einen kuschligen
Herbstabend. 
Lily Frost ist kein Jugendbuch, was tiefgründige Themen behandelt und die Entwicklung von Charakteren in den Vordergrund stellt. In der sehr kurzen Geschichte wird Spannung und der Gruselfaktor in den Mittelpunkt gestellt und so ist es perfekt für einen Nachmittag oder Abend, an dem man sich mit einem kurzweiligen Buch ins Bett kuscheln will. Dennoch fehlt dadurch auch irgendetwas Elementares und es bleibt nicht lange im Gedächtnis. 
Vielen herzlichen Dank an den Gulliver
Verlag für das schöne *Rezensionsexemplar.



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