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[Rezension] Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen – Susan Juby

MissFoxy 16. Juni 2015


Titel: Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen
Autor: Susan Juby
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 27.04.2015
Format: Hardcover
Seiten: 352
Preis:  16.99€ (D) Kaufen?

Reihe: keine


Das
Leben ist nichts für Feiglinge…
… denken sich die drei Freunde Dusk, Neil und Normandy, zu Beginn des 11.
Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird
abwechselnd einer der drei einem Menschen aus ihrer Schule eine Frage stellen,
die bisher keiner auszusprechen wagte, obwohl alle nach der Antwort lechzen.
Hasst die ewig grantige Sekretärin wirklich alle Schüler, ist der schöne Tyler
jetzt schwul oder nicht, nimmt der Freak aus der 12. Drogen und hat die Coole
aus dem Langlaufteam mit einem ihrer beiden Teamkollegen was oder gar mit
beiden? Was die drei besten Freunde allerdings damit lostreten, hätten sie nie
geahnt. Ein kluges Buch über Freundschaft, Liebe und die Frage, was wir mit uns
und unserem Leben anfangen und, was das eigentlich alles zu bedeuten hat. (Quelle:
Verlag)

Der
Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen[1]
ist ein ganz besonderes Buch. Schon direkt beim aufschlagen des Buches, beim
kurzen Durchstöbern bemerkt man es: Fußnoten. Sie tummeln sich, mal mehr mal
weniger, auf den Seiten. In vielen Rezensionen, die ich gelesen habe, wurde
dies bemängelt. Die Fußnoten stören den Lesefluss und seien unnötig[2].
Schnell wurde mir, als ich mit dem Buch begonnen habe jedoch auch klar, wieso
diese Fußnoten da sind. Normandy, die Protagonistin des Buches, und ihre beiden
Freunde haben ein Projekt ins Leben gerufen und zu diesem Projekt schreibt
Normandy ihr Essay, was sie am Ende des Schuljahres als Projektarbeit abgibt.
Und ja. Solche Arbeiten brauchen Fußnoten[3]
und ich finde, sie verleihen dem Buch auch etwas Besonderes und gleichzeitig
auch etwas sehr Authentisches. Auch die anderen Details des Buches konnten mich
sehr überzeugen. Allen voran das schöne Cover.
Der Schreibstil war federleicht und erfrischend. Die Autorin
hat das Essay-Thema einfach sehr gut umgesetzt und den Schreibstil an den einer
Jugendlichen angepasst. Auch das spricht nur für das Buch und macht es noch
liebenswürdiger. Normandy geht auf eine Kunstschule und sie scheint so ziemlich
die einzige Normale zu sein[4]
alle anderen, auch ihre Freunde wirken ziemlich überspitzt und es driftet
leider ein wenig ins unglaubwürdige ab. Ich glaube schon, dass an Kunstschulen
einige verrückte Typen herumlaufen aber in Der Tag war es dann doch ein wenig
zu viel. Dennoch waren mir einige von ihnen sehr sympathisch.
Inhaltlich knüpft das Buch an die Überspitzung an, die man
auch bei den Charakteren schon findet. Neben der Wahrheitskommission, die
Normandy, Neil und Dusk gründen[5]
muss Normandy sich nämlich auch zu Hause der Wahrheit stellen, als ihre
Schwester[6]
plötzlich vom College nach Hause kommt und irgendwas passiert sein muss. Was am
Anfang noch ganz normal ist, driftet hier etwas später wieder ins total
unglaubwürdige ab. Dennoch hat das Buch durch diese Wahrheitssuche aber auch
durch die damit verbunden Probleme eine wirklich tolle Message. Das Ende war
auch sehr glaubhaft und war ich anfangs ein wenig unzufrieden damit, erscheint
es mir nach längerem Überlegen einfach nur passend. Nicht alles ist gut. Wir
haben nicht das Märchen Happy End. Dennoch muss man dieses Ende als Happy End
beschreiben. Auf seine ganz besondere Art, wie das Buch auch.

Für mich war Der Tag ein Buch, dass mich sehr fa

sziniert
hat und durch seine besondere Aufmachung und durch seine Message überzeugen
konnte. Hat man sich erst mal auf den Essay Stil eingestellt, liest er sich
sehr gut und man kann voll in die Geschichte einsteigen. Dafür bekommt es von
mir 4 von 5 Füchschen. Ein Füchschen Abzug gibt es für die vielen überspitzen
Darstellungen. Sowohl bei den Charakteren, als auch in der Handlung. Darüber
kann man aber gut und gerne hinwegsehen und was bleibt ist ein unglaublich
kluges Buch über Wahrheit.

an cbj für
das tolle *Rezensionsexemplar.


[1] Wirklich,
dieser Titel nervt 😀 Ich kürze ihn im folgenden nur mit Der Tag ab.
[2] Wie
diese hier…
[3] Wie
Hausarbeiten auch. Und wer denkt, dass Normandy das gerne gemacht hat, der irrt
sich. Fußnoten nerven denjenigen, der sie schreibt deutlich mehr als alle Leser
zusammen.
[4] Wie das
an Kunstschulen eben so ist.
[5] Und die
Normandy ziemlich viele Probleme bereitet.
[6] Ein
gefeierter Graphik Novel Star, die die Probleme und Missgeschicke ihrer Familie
in ihren Büchern verarbeitet und so ziemlich bloßstellt 
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5 Comments

  1. Books of dandelion 16. Juni 2015

    Huhu,
    Ich finde das Cover einfach so unglaublich schön und auch der Klappentext lacht einen doch sofort an 🙂
    Deine Rezension ist auch ganz wundervoll. Du scheinst immer die perfekten Worte zu finden und die Idee die Fußnoten zu über nehmen war total Klasse 🙂
    Liebst Hannah

    Antworten
  2. René u. Jessi Swiecik 16. Juni 2015

    Hi 😉
    Das Buch wollte ich eigentlich auch unbedingt lesen, aber dann habe ich so viele negative Meinungen dazu gehört. Da hingegen war deine Rezi mal echt erfrischend und hat mir jetzt doch Lust auf das Buch gemacht. Wer weiß, vielleicht gefällt es mir ja auch?

    Liebe Grüße
    Jessi

    Antworten
  3. Emme 16. Juni 2015

    Ich habe das Buch noch nicht gelesen, bin aber wirklich super neugierig und ich finde die Idee eigentlich ziemlich gut mit den Fußnoten, es ist mal was anderes!
    Liebst, Emme ♥

    Antworten
  4. Emma 17. Juni 2015

    Das Buch habe ich gerstern Abend begonnen und habe jetzt schon knapp 100 Seiten gelesen. Mir gefällt es bisher echt gut und ich bin gespannt, was mich noch alles erwartet.
    Die Idee, dass das ganze Buch quasi ein Essay ist, finde ich sehr gut und ist doch mal was neues. 🙂

    Liebste Grüsse, Emma

    Antworten
  5. Piglet 17. Juni 2015

    Sehr schöne Rezension ;)! Vor allem die Idee mit dem Essay finde ich sehr interessant!

    LG Piglet ♥

    Antworten

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