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[Rezension] Schattenhauch: Ruinen der Dämmerung – Tanja Bern

MissFoxy 22. Juni 2014


Titel: Schattenhauch: Ruinen der Dämmerung
Autor: Tanja Bern
Verlag: Impress by Carlsen
Erscheinungsdatum: 05.06.2014
Format: eBook
Seitenanzahl: 250
Preis:  3,99€ (D)

Reihe: keine

Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig
gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen
Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches
naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der
zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde.
Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im
undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts
passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann
geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar
ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den
düsteren Wäldern gefunden hat… (Quelle: carlsen.de)

Als die herzkranke Lillyn ganz alleine in den Wald aufbricht um eine
Mutprobe zu bestehen und am nächsten Tag nicht auffindbar ist macht sich
Amelie zusammen mit Derlyn und ein paar Männern auf in die Wildnis, den
Ort, den jeder im Dorf nach einer Chemiekatastrophe vor 30 Jahren
vermeidet. Denn dort lauern die Schatten, gefährliche Wesen, mit dunklem
Fell und leuchtenden Augen, die nachts an die Wände der Mauer kratzen,
die das Dorf umgibt. Amelie weiß, dass Derlyn vor ein paar Jahren selbst
draußen im Wald gefunden wurde, neben ihm ein toter Schatten. Und doch
fühlt sie sich seltsamerweise zu ihm hingezogen, obwohl ihn die meisten
meiden.

Das Buch ist eine Dystophie und obwohl ich immer sage,
dass ich mittlerweile finde, dass sich die Dystophien an bestimmten
Punkten einfach nur noch wiederholen, war Schattenhauch dieses Mal
anders. Die Idee mit einer Chemie-/Atomkatastrophe ist dabei an sich
zwar nicht neu, sondern das was daraus gemacht wurde. Die Natur kann die
giftige Chemie neutralisieren und so sind die Menschen gezwungen sehr
naturbezogen zu leben. Landwirtschaft kann nur so viel betrieben werden
wie notwendig, da sonst Bäume gefällt werden müssten, aus Strom, Asphalt
und Co. muss man komplett verzichten aber das stört Amelie zum Beispiel
gar nicht, denn sie ist so aufgewachsend. Zudem sind die Schatten
entstanden, geheimnissvoll und gefährlich und spätestens an dem Punkt,
an dem sich Amelie dann gemeinsam mit Derlyn heraustraut hat mich das
Buch dann vollkommen gefesselt.

Der Schreibstil ist wunderschön. Ich habe mich sehr leicht in das Buch
eingefunden und ich mochte die vielen Perspektivenwechsel, die auch
immer sehr gut als solche erkennbar waren.

Auch die Charaktere
waren sehr gut ausgearbeitet und waren mir allesamt, bis auf die
Fieslinge natürlich, sehr sympathisch. Was mir auch besonders gut
gefallen hat war, dass viele Charaktere anfangs sehr geheimnissvoll
erschienen. Man selbst und auch Amelie wusste zu Beginn viele Dinge
nicht und wir haben sie im Verlaufe des Buches mit ihr zusammen
herausgefunden. Alleine schon deshalb wurde das Buch schon nach den
ersten paar Seiten richtig spannend und ich konnte es während des Lesens
gar nicht abwarten alles über die Charaktere zu erfahren.

Bei diesem Buch gibt es bei der Kritik nur Positives! Erst mal möchte
ich sagen, dass ich das Buch sehr facettenreich fand. Es war alles
dabei, was bei einem perfekten Buch da sein muss. Eine Liebesgeschichte,
ein bisschen Traurigkeit, die Bösen und ein Thema, welches zum
Nachdenken anregt, gut verpackt in einer spannenden Geschichte. Und bei
diesem Thema möchte ich auch gerne bleiben, denn es ist das, was mir an
dem Buch wirklich am besten gefallen hat. Schattenhauch handelt von
einer schweren Katastrophe, von Krankheit aber auch von Flucht, vom
Wegschauen und vor der Angst vor Veränderungen und davon, bestimmte
Fehler immer und immer wieder zu machen. Nach dem Chemieunfall und den
ersten Krankheitsanzeichen bei vielen Menschen flüchten viele aus den
verseuchten Städten, lassen die Kranken zurück und so leider auch zu oft
Eltern, Geschwister, Kinder oder ihre große Liebe. Sie verschanzen sich
in kleinen Dörfern hinter großen Mauern, lassen keinen rein oder raus,
pflegen keinen Kontakt zu anderen Dörfern und beäugen die Schatten
misstrauisch, kennzeichnen sie als gefährlich.

Das Buch hat mich
zum Nachdenken gebracht. Sind wir mal ehrlich? Eine Chemie- oder
Atomkatastrophe ist doch gar nicht so unwahrscheinlich. Wie werden wir
handeln, wenn so etwas wirklich mal passiert? Ich bin mir sicher, viele
werden wegschauen, egoistisch sein und sich so schnell in Sicherheit
bringen wie sie nur können. Am besten ohne Rücksicht auf Verluste.
Schattenhauch hat mir die Augen geöffnet und mich zum Nachdenken
gebracht und allein deshalb ist das Buch schon absolut empfehlenswert.

Ich gebe Schattenhauch – Ruinen der Dämmerung 5 von 5 Füchschen.
Einen extra Fuchs hätte es sich aber sicher auch noch verdient, da
einfach alles gestimmt hat. Schattenhauch stimmt nachdenklich, hat ein
tolles Thema verpackt in einer spannenden Geschichte und ist so für
jeden absolut lesenswert.

Ein ganz großes Dankeschön geht an den impress-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

5 Comments

  1. Nenatie 22. Juni 2014

    Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste. Der Klappentext klingt toll! Und deine Rezi ist echt klasse 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten
    1. MissFoxy 23. Juni 2014

      Das Buch kann ich dir auch nur empfehlen! 🙂

  2. Tanja Bern 23. Juni 2014

    Bin gerade ein wenig sprachlos! Danke, für diese außergewöhnlich tolle Rezension, die ich gerade mehr durch Zufall beim googeln gefunden habe. <3

    Liebe Grüße
    Tanja

    Antworten
    1. MissFoxy 23. Juni 2014

      Oh, das freut mich sehr 🙂 Ein Lob von der Autorin bekommt man doch gerne! 🙂
      Schattenhauch war aber einfach auch so toll. Definitiv eines meiner Lieblingsbücher 2014!

    2. Tanja Bern 26. Juni 2014

      Wirklich? Eines deiner Lieblingsbücher? Wow, das finde ich toll! 😀

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